30.01.2018 / Artikel / / , ,

Lehrplan vors Volk? Ned emal vilicht!

Am 04. März 2018 stimmen wir über die kantonale Volksinitiative «Lehrplan vors Volk». Weshalb ich ein NEIN empfehle, könnt Ihr hier lesen.

Was ist ein Lehrplan und wie kommt ein solcher zustande?

  • Im Lehrplan für die Volksschule wird festgelegt, was Schülerinnen und Schüler im Laufe der obligatorischen Schulzeit lernen sollen. Für die Ausgestaltung des Lehrplans ist der Bildungsrat zuständig. Darin sind Fachleute aus den Schulen, der Wirtschaft und der Wissenschaft vertreten. Gewählt wird der Bildungsrat vom Kantonsrat.

Worum es geht

  • Die kantonale Volksinitiative «Lehrplan vors Volk» fordert, dass der Lehrplan neu vom Kantonsrat genehmigt werden soll und im Fall eines Referendums dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden muss.

Das tönt doch gut? Weshalb bin ich dagegen? 

  • Der Lehrplan ist keine politische Angelegenheit
    Wenn der Kantonsrat oder das Stimmvolk über den Lehrplan abstimmen müssen, laufen wir Gefahr den Lehrplan zu verpolitisieren. Details zu einzelnen Schulfächern müssen nicht in einem Gremium wie dem kantonalen Parlament verhandelt werden. Überlasst das den Profis vom Bildungsrat!
  • Jede Änderung im Lehrplan muss vors Volk
    Jede noch so kleine Anpassung im Lehrplan müsste dem Kantonsrat oder dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Das führt zu extremen Verzögerungen bei künftigen Weiterentwicklung des Lehrplans – und zu einer Anhäufung von zahlreichen Abstimmungen über kleinste Details im Lehrplan.